4 Grundbedingungen für Gesundheit und Glück

VerbundenheitWas für den einen Glück bedeutet und gesund ist, muss für den anderen nicht unbedingt ebenso zutreffen. Trotzdem gibt es grundlegende Bedingungen, deren Erfüllung ganz maßgeblich zu Gesundheit und Lebensglück beitragen. Sie lassen gute Gefühle in uns entstehen und geben unserem Leben einen Sinn und einen Kompass. Denn bei allem, was wir tun, streben wir letztendlich danach, gute Gefühle zu bekommen und unangenehme zu vermeiden.

Für ein gesundes und glückliches Leben sucht unser emotionales Gehirn vor allem die Erfüllung von vier Bedingungen, den sogenannten „Quellen“ des Lebens:

1. Gefühle zulassen und ausdrücken
2. Verbundenheit zu anderen Menschen
3. Potenzialentfaltung und Weiterentwicklung
4. Platz und Beitrag in der Gesellschaft

Mit dem ersten Punkt beschäftigt sich der Beitrag „Wie gesund sind Gefühle?“. Heute soll es um den zweiten Punkt gehen, die Verbundenheit zu anderen Menschen.

Selbstbezogenheit versus Verbundenheit

Wir kommen mit dem Bedürfnis nach Verbundenheit und Zugehörigkeit auf die Welt, und je mehr dies erfüllt wird, insbesondere in den ersten Lebensjahren, desto gesünder können wir uns entwickeln. Je älter wir werden, desto mehr tritt allerdings das Prinzip Konkurrenz an die Stelle der Verbundenheit. Spätestens in der Schule haben wir die Darwin‘sche Evolutionstheorie vom „Überleben des Stärkeren“ kennengelernt, und mehr oder weniger unhinterfragt als Leitsatz unserer modernen kapitalistischen Gesellschaft übernommen. Dabei werden Tendenzen zur rationalen Beurteilung und Selbstbehauptung in unserer Gesellschaft überbetont und Tendenzen zur Förderung des Gemeinwohls vernachlässigt.

Das bedeutet, dass wir Konkurrenz statt Kooperation, egoistisches Handeln statt Ethik, und Selbstbezogenheit statt Verbundenheit zu unseren ganz selbstverständlichen Lebensprinzipien gemacht haben. Diese allerdings stehen in krassem Widerspruch zu unserem zutiefst menschlichen Bedürfnis nach Verbundenheit. Sie vermitteln uns ein Gefühl des Getrenntseins, welches viele unserer Probleme verursacht und sehr schmerzlich ist. Meist sind wir uns dessen allerdings überhaupt nicht bewusst.

Noch gehen die meisten in unserer marktwirtschaftlich orientierten Gesellschaft davon aus, dass in jedem Menschen eigennützige Interessen dominieren. Jedoch widerlegen neuere Untersuchungen aus der Gehirn- und Verhaltensforschung zunehmend diese Glaubenssätze der Selbstbezogenheit. Vertreter aus verschiedenen, auch wirtschaftlichen Disziplinen propagieren inzwischen ein Menschenbild mit Empathie und Mitgefühl, welches das Gemeinwohl aller im Auge behält. Dieses Menschenbild ist viel besser kompatibel mit der Natur des Menschen ist, weil damit ein Leben und Arbeiten im Einklang mit den eigenen inneren Bedürfnissen möglich ist.

Alles ist mit allem verbunden, aber wir fühlen uns getrennt

Auch die wissenschaftliche Entdeckung, dass alles mit allem verbunden ist, ist inzwischen keine neue Erkenntnis mehr. Schon in früheren Zeiten und in anderen Kulturen haben Menschen das gewusst. Das ganzheitliche Weltbild der neuen Wissenschaft bestätigt das, was die fernöstlichen Weisheitstraditionen schon immer lehrten: Es gibt nur das Eine, alles ist miteinander verbunden. In unserem Universum gibt es keine getrennten Teile, nichts kann in diesem System entfernt oder verändert werden, ohne Auswirkungen für das gesamte Gefüge zu haben. Solch eine systemische Weltsicht, in der alles Existierende ein dynamisches, voneinander abhängiges Beziehungsgeflecht darstellt, ist jedoch nach wie vor eine Herausforderung für das Weltbild unserer Gesellschaft, welches von Dualismus und Trennung geprägt ist.

Oft fühlen wir uns von uns selbst, von anderen und vom Leben getrennt, obwohl das gar nicht unserer wahren Natur entspricht. Im tiefsten Inneren sind wir mit allem verbunden. Nur ist dieses Gefühl von Verbundenheit, nach dem wir uns eigentlich sehnen, verschüttet worden von Widerständen, Bewertungen und Urteilen, so dass wir den Zugang dazu verloren haben.

Aber wir Menschen sind keine isolierten Wesen, sondern stehen in einem riesengroßen Netzwerk miteinander in Wechselwirkung. Dadurch sind wir mehr aufeinander angewiesen, als den meisten von uns bewusst ist. Das gilt natürlich erst einmal für die Menschen, die uns nahe sind, aber auch alle anderen Menschen, mit denen wir täglich zu tun haben. Indem wir ein Gefühl von Verbundenheit entwickeln, entsteht auf ganz natürliche Weise mehr Frieden. Dann erkennen wir, dass es keinen Sinn macht, sich gegenseitig zu bekämpfen, denn wir sitzen alle im selben Boot.

Die Einsicht, dass jeder mit allen Lebewesen verbunden ist, fängt bei jedem einzelnen an. Es bedeutet, sich nicht mehr länger getrennt vom Rest der Welt, vor allem von der Natur, wahrzunehmen und sich vor allem auch dementsprechend zu verhalten. Denn die von uns wahrgenommenen Grenzen zwischen Menschen, Völkern und Natur sind nichts anderes als im Verstand erzeugte Illusionen. Wenn sich das jeder einzelne immer wieder bewusst macht, können Bewegungen in Gang kommen, die für alle eine große Weiterentwicklung bedeuten. Erste weltweite soziale und ökologische Bewegungen sind aus diesem Gedanken bereits entstanden.

In der Konsequenz bedeutet das, die Grenzen des Wachstums zu akzeptieren und Abschied vom Machbarkeitswahn zu nehmen. Es bedeutet, unsere Mitverantwortung für das Ganze zu erkennen und anzunehmen hin zu einer mitfühlenden Lebenskultur. Denn dann erkennen wir die Auswirkungen unseres Tuns auf das Ganze. Und dann können wir auch etwas bewirken und bewegen. Sich als Teil eines großen Ganzen zu erkennen, lässt uns auf der einen Seite sehr klein fühlen, aber auf der anderen Seite eben auch das Gefühl der Verbundenheit erleben.

Wie kannst Du mehr Verbundenheit in Dein Leben bringen?

Jetzt fragst Du Dich vielleicht, wo Du da anfangen sollst. Auch wenn Du glaubst, dass Du als einzelne(r) keine Macht hast, kannst Du doch einen Unterschied bewirken. Der Anfang liegt tatsächlich bei Dir selbst und in Deinem Umfeld. Einige der im folgenden vorgeschlagenen Wege zu mehr Verbundenheit mögen Dir vielleicht zunächst ungewohnt erscheinen. Beginne einfach mit den für Dich leicht umsetzbaren Anregungen und versuche für eine Weile, sie konsequent umzusetzen. Wenn sie zur Selbstverständlichkeit geworden sind, wirst Du bemerken, wie viel davon zu Dir zurück kommt. Und schon lebst Du in Verbundenheit und kannst diese durch weitere kleine Handlungen anreichern.

Hier einige Wege zu mehr Verbundenheit:

  • Tausche Dich mit anderen Menschen aus, unterstütze sie beim Erreichen ihrer Ziele und lasse Dich von anderen unterstützen.
  • Mache immer wieder anderen Menschen eine Freude. Lasse Dir etwas einfallen, wie du anderen Menschen das Leben angenehmer machen kannst. Das schafft gute Gefühle auf beiden Seiten und führt zu Verbundenheit.
  • Uns alle verbindet die Tatsache, dass wir alles im Leben nur deswegen tun bzw. unterlassen, um glücklich zu sein und nicht zu leiden. Wir wollen von anderen geliebt und akzeptiert werden. Das nur zu erkennen, kann schon zu einem Gefühl von Verbundenheit führen.
  • Ein weiterer Weg zu mehr Verbundenheit ist Mitgefühl. In dem Moment, wo Du Dich öffnest und mit anderen fühlst, verbindest Du Dich. Offenheit schafft Mitgefühl und das führt zu Verbundenheit.
  • Aufmerksamkeit schafft Verbundenheit. Wenn du deine Aufmerksamkeit auf etwas oder jemanden richtest, dann schaffst Du dadurch eine Verbindung. Deswegen ist Aufmerksamkeit ein Schlüssel für Verbundenheit und erfüllende Beziehungen.
  • Auch geben verbindet (ja, geben macht glücklicher als nehmen!). Wenn Du von Herzen gerne gibst, sorgst Du dafür, dass andere sich besser fühlen, und dadurch wiederum wirst Du Dich selbst besser fühlen.
  • Last but not least: Lächeln schafft Verbundenheit. Lächelnd lebt es sich einfach besser – und es ist ansteckend! Es ist so einfach, dass es wirklich jeder umsetzten kann.

Hast Du noch weitere Ideen? Wie könntest Du für mehr Verbundenheit in Deinem Leben sorgen?

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