Kennst Du Deinen Beitrag zum großen Ganzen?

SelbstverwirklichungDas Thema Selbstverwirklichung wurde einst kritisch beäugt und in die Ecke von purem Egoismus gestellt. Inzwischen ist es wieder salonfähig und sogar unter dem Top-Themen des Buch- und Online-Marktes zu finden. Selbstverwirklichung bedeutet zum einen, die eigenen Talente und Potenziale zum Blühen zu bringen, also das innere Selbst zu verwirklichen und dadurch zu wachsen. Zum anderen bedeutet es (und das wurde früher meist übersehen), genau damit auch anderen Menschen zu dienen bzw. zu helfen und dadurch einen Beitrag zu leisten, der dem großen Ganzen zu Gute kommt.

Im letzten Beitrag ging es darum, wie wichtig es ist, die eigenen Potenziale zu entfalten und an den Aufgaben des Lebens zu wachsen, mit sich selbst verbunden zu sein und nicht unter den eigenen Möglichkeiten zu bleiben. Heute weiten wir den Blick auf das „große Ganze“, also andere Menschen (im weitesten Sinne die Menschheit) und unsere Umwelt (im weitesten Sinne die ganze Welt). Es geht um die Verbindung mit dem Rest der Welt, bzw. darum, dorthin wieder Anschluss zu finden, denn oftmals haben wir diesen verloren.

Erfolg ist nicht gleich Erfüllung

Die meisten von uns haben in der Kindheit gelernt, dass Selbstwert und Erfolg an äußeren Dingen festgemacht wird. Es gilt als erstrebenswert, eine gute Ausbildung und einen gut bezahlten Job zu bekommen, um erfolgreich zu sein. Da es alle so machen, fällt nur den wenigsten auf, dass diese Art von Erfolg nicht zu wahrer Erfüllung füllt. Erfüllung durch Erfolg ist an Bedingungen geknüpft und daher niemals anhaltend. Dementsprechend trägt er auch nicht zu dauerhaftem Lebensglück und Gesundheit bei. Im Gegenteil: Wenn wir damit nicht unsere innere Bestimmung leben oder nicht das Gefühl haben, etwas wirklich Sinnvolles zu tun, sind die wichtigsten Grundbedingungen für Gesundheit und Glück nicht erfüllt.

Da Erfüllung durch Erfolg nicht anhaltend ist, muss der Erfolg immer weiter vergrößert werden. Und damit sind wir im Hamsterrad: Es geht permanent um schneller, weiter, höher – um immer mehr und größere zu erreichende Erfolge, damit das Gefühl der Erfüllung immer wieder von außen befeuert werden kann. Doch innerlich ahnen wir es schon: Es fühlt sich trotzdem nicht dauerhaft und echt an, und wir brennen mit der Zeit immer weiter aus: Burnout und Depression sind die häufigsten Diagnosen der heutigen Zeit.

Wenn wir dagegen einen Beitrag für das große Ganze leisten, gibt uns das ein tiefes, inneres Gefühl von Erfüllung. Selbstverwirklichung bedeutet dann, mit dem Leben verbunden zu sein und unsere Einzigartigkeit so zu entfalten, dass es dem Wohl des Ganzen dient. Eine Gelegenheit dazu bietet durchaus die Arbeit: Wenn wir damit einen wertvollen Beitrag für die Welt zur Verfügung stellen und einen Unterschied für andere machen, werden wir damit nicht nur unserer schöpferischen Verantwortung für das Ganze gerecht, sondern schaffen damit auch die besten Voraussetzungen für unser eigenes gesundes und erfülltes Leben.

Beruf ist nicht gleich Berufung

Vielleicht kennst Du den Ausspruch von Khalil Gibran: „Arbeit ist sichtbar gemachte Liebe“. Seiner Meinung nach ist Arbeit Ausdruck unserer Liebe zu uns selbst und unser Geschenk an die Welt. Auf diese Weise kann Arbeit zu einer Berufung werden. Dabei handelt es sich nicht um etwas von außen vorgegebenes, sondern um einen inneren Ruf danach, einen bestimmten Beitrag für die Welt zur Verfügung zu stellen. Es geht also nicht mehr nur um das eigene Überleben, sondern es geht auch um andere. Jeder ist ein Geschenk für das Ganze, wenn er seine Qualitäten zum Ausdruck bringt, und jeder ist damit wiederum auch ein Teil des Ganzen. Das führt uns zurück zum Thema Verbundenheit.

Vielleicht wendest Du jetzt ein, dass das ziemlich weit weg von der derzeitigen Wirklichkeit ist. Das stimmt in gewisser Weise, denn unsere konsumorientierte Gesellschaft (also wir alle) befindet sich als Ganzes gerade nicht in einer gesunden Entwicklung. Arbeit hat sich in vielen Teilen von ihrer eigentlichen Funktion, einen nützlichen Beitrag für die Gemeinschaft der Menschen zu leisten, entfernt. Sie erfüllt oft die Funktion, Gewinne für eine kleine Elite zu erwirtschaften und den Status Quo aufrecht zu erhalten. Manchmal enthält sie geradezu sinnlose Tätigkeiten, die eigentlich niemand wirklich braucht. Dann fühlt sich Arbeit wie eine Last an.

Denn leider geht es oft gar nicht mehr um den Nutzen der Arbeit und erst recht nicht mehr um den kreativen Ausdruck des Menschen. Es ist in Vergessenheit geraten, dass Arbeit allein den Sinn erfüllt, unsere gemeinsamen Bedürfnisse zu befriedigen und uns als Wesen auszudrücken und zu entfalten. Und so dreht sich die Menschheit in einem Hamsterrad, das sie gar nicht mehr als solches erkennt. Aber wir alle sind Teil dieser Gesellschaft! Das Ganze funktioniert nur so lange, wie jeder einzelne das mitmacht.

Was bedeutet das für Dich?

Immer mehr Menschen wachsen über den Horizont von nur „haben wollen“ hinaus. Wir kommen nicht hierher, um zu konsumieren, sondern um zu schenken. Jeder hat das Potenzial zur Verwirklichung seines inneren Potenzials zum Wohle aller in sich. Und für jeden von uns gibt es einen Platz in diesem großen Ganzen. Allerdings ist er nicht immer offensichtlich, sondern muss erst entdeckt werden. Kennst Du Deinen Beitrag, der wirklich wertvoll ist?

Konfuzius sagte einmal: „Wenn Du liebst, was Du tust, wirst Du nie wieder im Leben arbeiten.“ Dieses Ziel kannst Du auf zwei Wegen erreichen: Du kannst Deine Einstellung zu Deiner Arbeit ändern und Deinen Fokus auf die Aspekte legen, mit denen Du das Leben anderer Menschen besser machst oder etwas für die Gemeinschaft tust. Oder Du machst Dich auf den Weg, um Deine Berufung zu finden und durch Arbeit Deine Liebe zum Ausdruck zu bringen. Wenn Du das Gefühl hast, Dich nicht entscheiden zu können, weil Du mehrere Rufe in Dir wahrnimmst, kann es sein, dass Du auch mehrere Berufungen in Dir hast. Dann solltest Du nicht versuchen, alles auf einmal anzugehen, sondern Dich für eine konkrete Umsetzung entscheiden.

Ein selbstbestimmtes Leben bedeutet, dass Du die Ziele angehst, die für Dich wirklich Sinn machen. Das geht über genügend Geld auf dem Konto haben weit hinaus (Millionäre oder Lottogewinner zählen mitnichten zu den glücklichsten Menschen!).

Mit diesen Fragen kannst Du Deinem Beitrag zum großen Ganzen näher auf die Spur kommen:

  • Wie kannst du anderen Menschen helfen?
  • Wem könnten Deine Talente und Qualifikationen nutzen?
  • Wie kannst du das Leben anderer Menschen positiv verändern?
  • Wie könntest Du diese Welt zu einem schöneren Ort machen?
  • Wofür brennst Du?
  • Was ist Deine Mission im Leben?
  • Was ist dein Warum?

Wenn Du diese Fragen nicht beantworten kannst, nimm Dir kurz vor dem Einschlafen Zeit, suche die für Dich wichtigste Frage aus und schreibe sie auf einen Zettel. Damit gibst Du Deinem Unterbewusstsein den Auftrag, eine Antwort zu finden. Wenn Du magst, lege den Zettel unter Dein Kopfkissen. Am nächsten Morgen nimm Dir die ersten 5 Minuten Zeit und schau, welche Antworten Dir kommen. Vielleicht hattest Du einen Traum? Oder es fällt Dir spontan etwas ein? Achte auch tagsüber auf Hinweise zu Deiner Frage (scheinbare Zufälle). Wenn Du nicht sofort Antworten bekommst, ist das auch okay. Du hast trotzdem den ersten Schritt getan und etwas in Bewegung gesetzt. Wiederhole das Ganze einfach so lange, bis Du Antworten findest. Es dauert nur 5 Minuten am Tag. Soviel Zeit hast Du.

Zu guter Letzt: Erinnere Dich daran, dass Freude, Glück und innerer Frieden keine Dinge sind, die du in der Welt finden kannst, sondern dass es Qualitäten sind, die nur Du selbst in die Welt bringen kannst. In diesem Sinne: Entdecke Dein Licht und lass es für alle scheinen!

 

Dieser Beitrag ist der 4. Teil einer Serie über die 4 Grundbedingungen von Gesundheit und Glück. Die anderen Teile kannst Du hier nachlesen:

  1. Gefühle zulassen und ausdrücken
  2. Verbundenheit zu anderen Menschen
  3. Potenzialentfaltung, Weiterentwicklung und Wachstum

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