Positive Psychologie

Im Rahmen meiner Ausbildung zur Heilpraktikerin für Psychotherapie habe ich mich sehr viel mit klinischer Psychologie befasst. Auch hier ging es wieder, wie in meiner medizinisch-pharmazeutischen Ausbildung, um die Therapie von Mängeln, in diesem Fall psychischer Störungen. Das Vorgehen war also wieder defizitorientiert.

Zur Vervollständigung des Ganzen ist für mich eine ressourcenorientierte Sichtweise mindestens genauso wichtig bzw. die zweite Seite der Medaille. Bei der positiven Psychologie geht es um alles, was den Menschen stärkt und das Leben lebenswerter macht, also um Themen wie Geborgenheit, Vertrauen, Verzeihen, Solidarität, Optimismus, Zufriedenheit und Glück.

Da diese Bereiche in der herkömmlichen Behandlung körperlicher oder psychischer „Störungen“ vernachlässigt werden, sehe ich hier ein großes Potenzial auf dem Weg zu mehr Gesundheit bzw. die Heilung von Krankheiten. Dabei geht es mir nicht um aufgesetzten, der Situation unangemessenen Optimismus bzw. zwanghaftes positives Denken, das mit dem tiefen Inneren und den unbewussten Glaubenssätzen nichts zu tun hat, sondern um das was unabhängig von der aktuellen Lebenssituation stärkt und gesund macht. Denn genauso wichtig wie die Erforschung unserer Fehler und Krankheiten ist die Ergründung unserer Stärken und Tugenden. Ressourcen übrigens, die wiederum zur Heilung psychischer Störungen eingesetzt werden können.